Keyboard-Legende John Paul Jones: Led Zeppelins Signature Classicist


Der außergewöhnliche John Paul Jones von Led Zeppelin hat seit der Auflösung der Gruppe eine erstaunliche Solokarriere geschaffen. Seine Arbeit als Bassist ist bekannt. Weniger oft erwähnt wird jedoch, dass seine klassische Ausbildung und seine Keyboardfähigkeiten der Band eine unverwechselbare Klangarchitektur verliehen, die der Schlüssel zu einigen ihrer größten Hits war.

John Paul Jones war 6 Jahre alt, als er mit dem Klavierspielen begann. Sein Vater Joe Baldwin unterrichtete seinen Sohn, der damals als John Baldwin bekannt war. Der ältere Baldwin war Pianist und Arrangeur der Bigband Ambrose and His Orchestra. Johns Mutter und sein Vater tourten und traten in ganz England auf, so dass er in jungen Jahren in das Internat des Christ’s College in London eintrat. Dort begann er sein formales Musikstudium und wurde im Alter von 14 Jahren Organist und Chorleiter einer örtlichen Kirche.

Johns musikalische Einflüsse reichten von Klassik bis Jazz und Blues. Zu seinen Favoriten gehörten die Klavierwerke von Sergei Rachmaninow, die Jazzstile von Charles Mingus Jr., der Country Blues von Big Bill Broonzy und die Musik des Bassisten Phil Upchurch. John hörte Upchurchs Bass-Solo auf der LP „You Can’t Sit Down“ und schrieb ihm zu, dass er ihn inspiriert hatte, selbst Bass zu lernen.

Jones gilt als einer der besten Rock-Bassisten aller Zeiten. Seine komplexen Rhythmen sind Killer:


https://www.youtube.com/watch?v=PeBNMwDlz7Y

Johns außergewöhnliche Vielseitigkeit mit Bass und Keyboards führte zu seiner Arbeit als Sessionmusiker. Von 1964 bis 1968 spielte er Bass für Hunderte von Decca Records-Aufnahmesessions. Danach fügte er seiner Studio-Session-Arbeit das Keyboardspiel und das Arrangieren von Kompositionen hinzu. Er hat Hunderte von Aufnahmen mit Top-Künstlern gemacht, darunter die Rolling Stones, Herman's Hermits, Tom Jones, die Walker Brothers, Donovan, Wayne Fontana, Nico, Jeff Beck, Dusty Springfield, Cat Stevens, Lulu, Shirley Bassey, Françoise Hardy, Rod Stewart und viele mehr. Zu einem bestimmten Zeitpunkt gab John an, dass er sich aufgrund der bloßen Anzahl nicht an „drei Viertel der Sessions“ erinnern könne, die er gespielt hatte. Er trat in Sitzungen an sechs oder sieben Tagen pro Woche auf, mit einer Rate von zwei oder drei pro Tag. Es war eine unglaubliche Arbeitsbelastung.


Die Aufnahmesessions führten zu Johns Gründung von Led Zeppelin und führten zu seinem Künstlernamen John Paul Jones. Sein Freund und Plattenproduzent Andrew Loog Oldham schlug den Namen vor. Oldham produzierte Jones' erste Soloaufnahme. Jimmy Page, Gitarrist von The Yardbirds, lud Jones ein, bei den „New Yardbirds“ Bass zu spielen, nachdem sich diese Gruppe aufgelöst hatte. Schnell nahm die Band den neuen Namen „Led Zeppelin“ an. Obwohl Jones ein erstaunlicher Bassist war, trugen auch seine klassischen Keyboard-Fähigkeiten zum vielseitigen swingenden Sound der Band bei. Hier sind vier Led Zeppelin-Klassiker, die Jones' unglaubliche Tastaturbeherrschung demonstrieren:

Jones spielt das Clavinet bei „Trampled Under Foot“:


Hier ist das Originalvideo von Jones, der das Mellotron auf „Kashmir“ spielt:

Das ergreifende Stück „The Rain Song“ zeigt die poetische Kunst von Led Zeppelin in ihren introspektivsten Momenten.

Hier ist Jones, der 1975 bei einer Aufführung in Earl's Court Keyboard spielt:

https://www.youtube.com/watch?v=UK0Nve5chB4


Bei Live-Auftritten improvisierte Jones mit seinem Signature-Stück „No Quarter“ oft bis zu 30 Minuten.

Hier eine Version von 1977: